Handekzem: Ursachen, Symptome und was wirklich hilft

Hautgesundheit · Handekzem · Hautbarriere und Pflege

Es beginnt oft ganz harmlos. Die Hände fühlen sich nach dem Waschen etwas trocken an. Die Haut spannt, vielleicht juckt sie zwischen den Fingern. Später kommen Rötungen, raue Stellen oder kleine Risse hinzu. Und irgendwann wird selbst das Händewaschen unangenehm.

Viele Menschen kennen solche Beschwerden. Gerade wenn die Hände täglich häufig mit Wasser, Seife, Reinigungsmitteln oder anderen reizenden Stoffen in Kontakt kommen, kann die Haut aus dem Gleichgewicht geraten.

Doch nicht hinter jeder trockenen Hand steckt gleich ein Handekzem. Und auch nicht jedes Handekzem entsteht durch zu häufiges Waschen.

Entscheidend ist, die Ursachen zu verstehen und die Haut rechtzeitig zu schützen.

In diesem Beitrag erfährst du, woran du ein Handekzem erkennen kannst, welche Rolle die natürliche Hautbarriere spielt und was bei gereizten, juckenden oder rissigen Händen tatsächlich hilft.

Was ist ein Handekzem?

Ein Handekzem ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sich an den Händen entwickelt. Betroffen sein können die Handflächen, Handrücken, Finger oder Fingerzwischenräume.

Die Beschwerden reichen von leichter Trockenheit und Rötung bis zu starkem Juckreiz, schmerzhaften Einrissen und entzündlichen Hautveränderungen.

Handekzeme gehören zu den häufigen Hauterkrankungen. Die deutsche S2k-Leitlinie nennt eine Einjahresprävalenz von mindestens 9,1 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Das bedeutet, dass innerhalb eines Jahres ungefähr jeder elfte Mensch betroffen sein kann.1

Ist ein Handekzem ansteckend?

Nein. Ein Handekzem selbst ist nicht ansteckend.

Es handelt sich um eine Entzündungsreaktion der Haut und nicht um eine Erkrankung, die durch gewöhnlichen Hautkontakt auf andere Menschen übertragen wird.

Allerdings können durch eine geschädigte Hautbarriere zusätzlich Infektionen entstehen. Diese müssen von einem Ekzem unterschieden und gegebenenfalls behandelt werden.

Akutes und chronisches Handekzem

Ein Handekzem kann plötzlich auftreten und nach geeigneter Behandlung wieder abheilen.

Bei manchen Menschen bestehen die Beschwerden jedoch über längere Zeit oder treten immer wieder auf.

Als chronisches Handekzem wird üblicherweise ein Handekzem bezeichnet, das länger als drei Monate anhält oder innerhalb eines Jahres mindestens zweimal wiederkehrt.

Gerade deshalb ist es wichtig, die Ursachen möglichst früh zu erkennen, anstatt wiederkehrende Beschwerden nur kurzfristig mit einer Creme zu beruhigen.1

Handekzem erkennen: Welche Symptome sind typisch?

Nicht jedes Handekzem sieht gleich aus.

Manchmal fallen zunächst nur trockene Hautstellen auf. In anderen Fällen stehen starker Juckreiz oder kleine Bläschen im Vordergrund.

Folgende Beschwerden können auf ein Handekzem hinweisen:

Trockene, raue Haut

Die Haut fühlt sich gespannt an, verliert an Geschmeidigkeit und kann schuppig werden.

Rötungen und Entzündungen

Einzelne Hautbereiche sind gerötet, gereizt oder entzündlich verändert.

Juckreiz und Brennen

Juckende oder brennende Haut kann den Alltag erheblich beeinträchtigen.

Risse und Bläschen

Es können schmerzhafte Hautrisse, kleine Bläschen, Nässen oder Verkrustungen entstehen.

Besonders unangenehm wird es, wenn die Haut an den Fingerkuppen oder in den Beugefalten einreißt.

Dann können bereits alltägliche Bewegungen schmerzen: eine Flasche öffnen, Gemüse schneiden oder die Hände unter fließendes Wasser halten.

Ist trockene Haut bereits ein Ekzem?

Nicht unbedingt.

Trockene Haut kann eine vorübergehende Reaktion auf Kälte, trockene Raumluft oder häufiges Waschen sein.

Bei einem Ekzem liegt zusätzlich eine entzündliche Hautreaktion vor.

Da auch andere Hauterkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können, ist bei anhaltenden oder ausgeprägten Veränderungen eine dermatologische Abklärung sinnvoll.

Warum entsteht ein Handekzem? Die häufigsten Ursachen

Wenn die Hände jucken und gereizt sind, liegt der Verdacht nahe, dass die verwendete Seife schuld ist.

Das kann stimmen. Es muss aber nicht.

Bei einem Handekzem können unterschiedliche Ursachen zusammenwirken. Die medizinische Einordnung unterscheidet insbesondere irritative, allergische und atopische Handekzeme.1

1. Irritatives Kontaktekzem

Dies ist eine besonders wichtige Form des Handekzems.

Es entsteht, wenn die Haut wiederholt oder intensiv Stoffen und Bedingungen ausgesetzt ist, welche die Hautbarriere belasten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Häufiges oder langes Händewaschen
  • Wiederholter Kontakt mit Wasser
  • Reinigungs- und Spülmittel
  • Bestimmte berufliche Arbeitsstoffe
  • Feuchtarbeit und langes Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe
  • Kälte und trockene Umgebungsluft

Nicht immer löst ein einzelner Kontakt die Beschwerden aus. Oft ist es die Summe vieler kleiner Belastungen.

Die Haut bekommt dann zwischen den einzelnen Kontakten möglicherweise nicht ausreichend Gelegenheit, ihre natürliche Schutzfunktion wiederherzustellen.

2. Allergisches Kontaktekzem

Bei einem allergischen Kontaktekzem reagiert das Immunsystem auf einen bestimmten Stoff, gegen den eine Kontaktallergie entstanden ist.

Mögliche Auslöser sind beispielsweise bestimmte Duftstoffe, Konservierungsmittel, Metalle oder Inhaltsstoffe von Arbeitsmaterialien.

Anders als bei einer rein irritativen Reaktion ist hierbei eine spezifische immunologische Sensibilisierung beteiligt.

Die Hautreaktion kann zeitlich verzögert auftreten. Deshalb ist der Zusammenhang mit einem bestimmten Produkt nicht immer sofort erkennbar.

Bei Verdacht auf eine Kontaktallergie kann der Hautarzt einen Epikutantest durchführen.

3. Atopisches Handekzem

Menschen mit Neurodermitis oder entsprechender Veranlagung können anfälliger für Handekzeme sein.

Ihre Hautbarriere kann bereits durch die Grunderkrankung beeinträchtigt sein.

Zusätzliche Belastungen durch Wasser, Reinigungsstoffe oder trockene Luft können dann eine bestehende Neigung zu entzündlichen Hautveränderungen verstärken.

Wichtig ist: Die verschiedenen Formen können gleichzeitig auftreten. Ein Mensch mit Neurodermitis kann beispielsweise zusätzlich ein irritatives oder allergisches Handekzem entwickeln.

Die Hautbarriere: Warum gesunde Hände natürlichen Schutz brauchen

Unsere Haut ist weit mehr als eine äußere Hülle.

Sie bildet eine wichtige Grenze zwischen dem Körper und seiner Umwelt.

Eine besondere Rolle spielt dabei die äußerste Hautschicht, die sogenannte Hornschicht.

Sie besteht aus abgestorbenen, dicht angeordneten Hornzellen, die von einer Struktur aus Hautlipiden umgeben sind.

Zusammen helfen diese Bestandteile, den Wasserverlust über die Haut zu begrenzen und das Eindringen äußerer Stoffe zu erschweren.

Was passiert, wenn die Hautbarriere gestört ist?

Wiederholter Kontakt mit reizenden Substanzen kann die Schutzfunktion der Hornschicht beeinträchtigen.

Die Haut verliert leichter Feuchtigkeit, fühlt sich rau an und reagiert empfindlicher auf weitere Belastungen.

Es kann ein Kreislauf entstehen:

So kann ein Handekzem entstehen

  1. Häufiger Kontakt mit Wasser oder reizenden Stoffen belastet die Haut.
  2. Die Hautbarriere wird beeinträchtigt.
  3. Feuchtigkeit geht leichter verloren und die Haut trocknet aus.
  4. Weitere Reizstoffe können die Haut zusätzlich belasten.
  5. Entzündungen, Juckreiz und Hautrisse können entstehen oder sich verstärken.

Die gute Nachricht: Die Haut besitzt die Fähigkeit, ihre Barriere zu erneuern.

Bei einem ausgeprägten Ekzem geschieht das allerdings nicht immer schnell. Laut dermatologischer Leitlinie kann die vollständige funktionelle Regeneration der Hautbarriere sogar Wochen bis Monate benötigen, nachdem sichtbare Ekzemveränderungen abgeklungen sind.1

Deshalb ist konsequente Hautpflege auch dann wichtig, wenn die Hände bereits wieder besser aussehen.

Handekzem durch Händewaschen: Kann zu viel Hygiene der Haut schaden?

Händewaschen schützt vor der Übertragung vieler Krankheitserreger.

Daran besteht kein Zweifel.

Gleichzeitig kann häufiges Waschen die Haut belasten, besonders wenn heißes Wasser, aggressive Reinigungsprodukte oder starkes Reiben hinzukommen.

Es geht also nicht darum, auf notwendige Hygiene zu verzichten.

Entscheidend ist, die Hände wirksam zu reinigen und dabei unnötige Hautbelastungen zu vermeiden.

Warum Wasser allein die Haut belasten kann

Wasser gehört zum Alltag. Trotzdem kann wiederholter und längerer Wasserkontakt die Hautbarriere beeinträchtigen.

Besonders relevant ist dies bei Menschen, die beruflich viel mit Wasser arbeiten.

Dazu gehören unter anderem Beschäftigte in Pflegeberufen, Friseursalons, Reinigungsbetrieben, Küchen und weiteren Tätigkeiten mit Feuchtarbeit.

Auch im privaten Haushalt kann häufiger Wasserkontakt eine Rolle spielen.

Wie wäscht du deine Hände möglichst hautschonend?

Für den Alltag empfehlen sich einige einfache Gewohnheiten:

  • Verwende angenehm temperiertes statt sehr heißes Wasser.
  • Nutze ein mildes, für die Haut geeignetes Reinigungsprodukt.
  • Vermeide unnötig langes und wiederholtes Waschen.
  • Spüle Reinigungsreste gründlich ab.
  • Trockne die Hände sorgfältig und sanft, auch zwischen den Fingern.
  • Pflege die Hände regelmäßig mit einem gut verträglichen Hautpflegeprodukt.

Seife oder Desinfektionsmittel: Was ist bei empfindlicher Haut besser?

Diese Frage lässt sich nicht mit einer pauschalen Empfehlung beantworten.

Denn Seife und Händedesinfektionsmittel erfüllen zwar teilweise ähnliche hygienische Aufgaben, funktionieren aber unterschiedlich.

Seife entfernt Schmutz und Krankheitserreger

Beim Händewaschen lösen Wasser und Tenside Schmutz, Fette und anhaftende Partikel von der Haut.

Durch das Abspülen werden auch Krankheitserreger entfernt.

Für die gewöhnliche Händehygiene im Alltag ist normale Seife in der Regel ausreichend.

Eine zusätzliche antibakterielle Wirkung durch spezielle antibakterielle Seifen ist für die allgemeine Bevölkerung nicht grundsätzlich erforderlich.2

Desinfektionsmittel wirken anders

Alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel dienen dazu, viele Krankheitserreger auf den Händen zu inaktivieren.

Sie entfernen jedoch nicht in gleicher Weise sichtbaren Schmutz oder bestimmte chemische Verunreinigungen.

Deshalb sind sie kein vollständiger Ersatz für das Händewaschen in jeder Situation.

Ist Händedesinfektion grundsätzlich schädlicher für die Haut?

Nein.

Gerade im Gesundheitswesen werden geeignete alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel bei nicht sichtbar verschmutzten Händen bevorzugt.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC weist darauf hin, dass alkoholbasierte Händedesinfektion unter diesen Bedingungen weniger Hautreizungen und Trockenheit verursachen kann als wiederholtes Händewaschen mit Wasser und Seife.3

Das bedeutet aber nicht, dass jedes Desinfektionsmittel für jeden Menschen gleich gut verträglich ist.

Die konkrete Formulierung, individuelle Hauterkrankungen und die Häufigkeit der Anwendung spielen ebenfalls eine Rolle.

Situation Sinnvolle Orientierung
Sichtbar schmutzige Hände Mit Wasser und Seife gründlich reinigen.
Nach dem Toilettengang Händewaschen mit Wasser und Seife.
Normale Alltagshygiene Normale Seife genügt in der Regel.
Medizinische Einrichtungen Die geltenden Hygienevorgaben beachten; bei nicht sichtbar verschmutzten Händen ist alkoholische Händedesinfektion häufig bevorzugt.
Bereits gereizte Haut Unnötige Reizkontakte vermeiden, geeignete Pflege verwenden und bei Beschwerden fachlichen Rat einholen.

Die wichtigste Botschaft lautet: Gute Handhygiene und Hautschutz gehören zusammen.

Welche Inhaltsstoffe in Seifen können problematisch sein?

Wer unter einem Handekzem leidet, beginnt häufig, die Inhaltsstofflisten von Seifen und Cremes genauer zu betrachten.

Das ist grundsätzlich sinnvoll.

Allerdings ist nicht jeder Inhaltsstoff mit einem komplizierten Namen automatisch schädlich.

Entscheidend sind seine Eigenschaften, die Konzentration, die Anwendungsbedingungen und die individuelle Hautverträglichkeit.

Duftstoffe

Duftstoffe können bei entsprechend sensibilisierten Menschen allergische Kontaktreaktionen auslösen.

Wer bereits auf Duftstoffe reagiert, sollte bevorzugt geeignete duftstofffreie Produkte verwenden.

Auch bei empfindlichen Händen kann es sinnvoll sein, auf zusätzliche Parfümierung zu verzichten.

Methylisothiazolinon und Methylchloroisothiazolinon

Hinter diesen langen Namen verbergen sich Konservierungsstoffe.

Methylisothiazolinon, kurz MI, und Methylchloroisothiazolinon, kurz MCI, sind als Kontaktallergene bekannt.

Ihre Verwendung in kosmetischen Produkten ist in der Europäischen Union entsprechend reguliert.

Für Menschen mit nachgewiesener Kontaktallergie ist es wichtig, die betreffenden Stoffe konsequent zu meiden.

Ob tatsächlich eine Allergie vorliegt, lässt sich jedoch nicht allein aus einer Rötung nach dem Händewaschen ableiten. Dafür kann eine dermatologische Allergiediagnostik notwendig sein.

Sind alle Konservierungsstoffe schlecht?

Nein.

Konservierungsstoffe haben bei vielen wasserhaltigen Kosmetikprodukten eine wichtige Aufgabe: Sie sollen das Wachstum unerwünschter Mikroorganismen während der vorgesehenen Verwendung begrenzen.

Die pauschale Behauptung, dass konservierte Flüssigseifen grundsätzlich gefährlicher seien als feste Seifen, ist wissenschaftlich nicht gerechtfertigt.

Ebenso wenig ist ein Produkt automatisch besonders hautfreundlich, nur weil es mit Begriffen wie „natürlich“, „sanft“ oder „pflanzlich“ beworben wird.

Feste Seife oder Flüssigseife?

Beide Formen können zur Händereinigung geeignet sein.

Für die Hautverträglichkeit ist jedoch die jeweilige Rezeptur entscheidender als die Frage, ob das Produkt fest oder flüssig ist.

Klassische Seifen sind häufig alkalisch. Für manche Menschen mit empfindlicher oder bereits geschädigter Haut können milde, geeignete Syndets eine besser verträgliche Alternative sein.

Syndets sind Reinigungsprodukte auf Basis synthetischer waschaktiver Substanzen. Sie können so formuliert werden, dass sie die Haut möglichst wenig belasten.

Auch hier gilt: Nicht jedes Syndet und nicht jede klassische Seife ist automatisch gleich gut verträglich.

Was hilft bei einem Handekzem wirklich?

Wenn ein Handekzem bereits entstanden ist, reicht es häufig nicht aus, einfach nur die Seife zu wechseln.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Zustand der Haut.

Die deutsche S2k-Leitlinie stellt dabei drei grundlegende Bereiche in den Mittelpunkt: Auslöser erkennen und vermeiden, die Hautbarriere unterstützen und bestehende Entzündungen angemessen behandeln.1

1. Die Ursachen erkennen

Zunächst sollte geklärt werden, wodurch das Ekzem ausgelöst oder aufrechterhalten wird.

Häufig reicht es nicht aus, nur ein einzelnes Produkt zu betrachten.

Auch berufliche Tätigkeiten, Handschuhe, Reinigungsgewohnheiten, Hobbys und mögliche Allergene können eine Rolle spielen.

Ein einfaches Tagebuch kann helfen, Zusammenhänge zwischen Tätigkeiten, verwendeten Produkten und Hautbeschwerden zu erkennen.

2. Die Haut regelmäßig pflegen

Geeignete Hautpflegeprodukte gehören zu den empfohlenen Basismaßnahmen bei Handekzemen.

Sie können helfen, den Feuchtigkeitsverlust zu vermindern und die Schutzfunktion der Haut zu unterstützen.

Eine Pflege sollte insbesondere zur Hautsituation passen.

Bei sehr trockener Haut kann eine reichhaltigere Formulierung hilfreich sein. Bei akuten, nässenden Hautveränderungen können andere Produkte erforderlich sein.

Wichtig ist außerdem, bekannte Kontaktallergene zu vermeiden.

Eine bestimmte Creme oder ein einzelner Wirkstoff ist nicht für alle Formen des Handekzems nachweislich überlegen.

3. Entzündungen medizinisch behandeln

Bei entzündlichen Handekzemen können äußerlich angewendete Kortikosteroide, häufig als Kortisoncremes bezeichnet, notwendig sein.

Sie gehören nach der deutschen Leitlinie zur wichtigen Erstlinienbehandlung entzündlicher Handekzeme.

Wirkstärke und Behandlungsdauer sollten ärztlich an den Schweregrad angepasst werden.

Bei chronischen oder schweren Verläufen kommen weitere dermatologische Behandlungsverfahren infrage.

Dazu können je nach Situation Lichttherapie oder spezielle verschreibungspflichtige Medikamente gehören.

Die passende Therapie muss individuell festgelegt werden.1

4. Hautschutz konsequent fortsetzen

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Hautpflege sofort zu beenden, sobald die Rötungen verschwunden sind.

Dabei kann die Barrierefunktion der Haut noch länger beeinträchtigt bleiben.

Regelmäßige Pflege und der Schutz vor bekannten Auslösern sind deshalb auch nach dem Abklingen eines akuten Schubs sinnvoll.

Was eine Creme leisten kann – und was nicht

Gute Hautpflege kann eine beeinträchtigte Hautbarriere unterstützen.

Sie kann jedoch nicht jede Form von Handekzem allein behandeln.

Bei einer ausgeprägten allergischen oder entzündlichen Reaktion müssen die Ursachen erkannt und gegebenenfalls zusätzlich medizinische Behandlungen eingesetzt werden.

Sieben Tipps, mit denen du deine Hände im Alltag schützen kannst

Viele Belastungen für die Hände lassen sich nicht vollständig vermeiden.

Schließlich brauchen wir sie ständig.

Trotzdem können einige kleine Veränderungen helfen, die tägliche Beanspruchung zu reduzieren.

1. Wasche deine Hände so oft wie nötig, nicht unnötig oft

Notwendige Hygienemaßnahmen sollten selbstverständlich eingehalten werden.

Zusätzliches Waschen ohne hygienischen Anlass belastet die Haut jedoch möglicherweise unnötig.

2. Verwende geeignete milde Reinigungsprodukte

Gerade bei trockener oder gereizter Haut lohnt es sich, eine gut verträgliche Reinigung auszuwählen.

Bei bekannten Duftstoffallergien oder anderen Kontaktallergien sollten entsprechende Inhaltsstoffe vermieden werden.

3. Creme deine Hände regelmäßig ein

Pflege die Hände besonders nach dem Waschen und bei Bedarf zwischendurch.

Welche Creme geeignet ist, hängt vom Hautzustand ab.

Wenn du dir unsicher bist, kann eine dermatologische Beratung helfen.

4. Trage beim Putzen geeignete Schutzhandschuhe

Reinigungsmittel und längerer Wasserkontakt können die Haut stark beanspruchen.

Passende Schutzhandschuhe können den direkten Kontakt reduzieren.

Allerdings sollte auch langes Schwitzen unter flüssigkeitsdichten Handschuhen vermieden werden.

Bei längeren Tätigkeiten können geeignete Baumwollunterziehhandschuhe hilfreich sein. Bei bekannter Kontaktallergie muss zudem das Handschuhmaterial berücksichtigt werden.

5. Schütze deine Hände vor Kälte

Kalte Außenluft und trockene Heizungsluft können trockene Haut zusätzlich belasten.

Geeignete Handschuhe im Winter und eine konsequente Pflege sind deshalb besonders in der kalten Jahreszeit sinnvoll.

6. Vermeide starkes Kratzen

Auch wenn die Haut stark juckt, kann Kratzen die bereits gereizten Stellen weiter verletzen.

Bei ausgeprägtem Juckreiz sollte die entzündliche Ursache medizinisch behandelt werden, statt die Beschwerden dauerhaft nur auszuhalten.

7. Warte bei anhaltenden Beschwerden nicht zu lange

Wenn Rötungen, Juckreiz oder Hautrisse immer wieder auftreten, ist eine frühzeitige dermatologische Untersuchung sinnvoll.

Je früher belastende Auslöser erkannt werden, desto besser lässt sich häufig verhindern, dass sich das Ekzem dauerhaft festsetzt.

Handpflege ab 40: Warum bewusster Hautschutz sinnvoll ist

Mit zunehmendem Alter verändert sich unsere Haut.

Je nach Lebensphase, genetischen Voraussetzungen und Umwelteinflüssen können sich Feuchtigkeitsgehalt, Hautlipide und Regenerationsprozesse verändern.

Das bedeutet nicht, dass automatisch ab dem 40. Geburtstag ein Handekzem entsteht.

Es kann aber sinnvoll sein, die bisherigen Pflegegewohnheiten neu zu betrachten.

Wenn die Haut trockener wird

Vielleicht hast du früher kaum eine Handcreme gebraucht.

Heute bemerkst du dagegen, dass die Haut nach dem Abwasch spannt oder sich im Winter schneller rau anfühlt.

Solche Veränderungen können verschiedene Ursachen haben.

Alterungsprozesse, häufige Reinigung, klimatische Bedingungen und bestehende Hauterkrankungen können sich gegenseitig beeinflussen.

Hautpflege ist keine Frage des Alters allein

Entscheidend ist weniger die Zahl auf dem Geburtstagskuchen als der tatsächliche Zustand deiner Haut.

Wer viel mit den Händen arbeitet, häufig putzt oder beruflich regelmäßig Reinigungs- und Desinfektionsmittel verwendet, kann schon in jüngeren Jahren Probleme bekommen.

Umgekehrt können auch Menschen über 60 eine weitgehend gesunde und widerstandsfähige Hautbarriere haben.

Eine bewusste, möglichst reizstoffarme Pflege lohnt sich deshalb in jedem Alter.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Für den normalen Aufbau und Erhalt von Körpergewebe benötigt der Organismus eine bedarfsgerechte Versorgung mit Nährstoffen.

Dazu gehören unter anderem Proteine, essenzielle Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe.

Eine ausgewogene Ernährung ist deshalb auch für die allgemeine Hautgesundheit von Bedeutung.

Sie ersetzt jedoch keine gezielte Behandlung eines Handekzems.

Ebenso lässt sich aus der besonderen Zusammensetzung eines hydrolysierten Proteinprodukts nicht ableiten, dass es Handekzeme verhindern oder heilen kann.

Bei REBEL FOR HAPPINESS betrachten wir Healthy Aging daher als Zusammenspiel verschiedener Faktoren: bewusste Ernährung, Bewegung, Regeneration und ein verantwortungsvoller Umgang mit dem eigenen Körper.

Mehr über diesen Ansatz erfährst du auf unserer Seite Healthy Aging ab 40.

Wann solltest du mit einem Handekzem zum Hautarzt?

Nicht jede trockene Hautstelle erfordert sofort eine ärztliche Behandlung.

Wenn die Beschwerden jedoch anhalten, wiederkehren oder stärker werden, solltest du sie dermatologisch abklären lassen.

Das gilt besonders bei:

  • Starkem oder dauerhaftem Juckreiz
  • Schmerzhaften Hautrissen
  • Wiederkehrenden Bläschen und Entzündungen
  • Beschwerden, die trotz geeigneter Pflege nicht abklingen
  • Verdacht auf eine Kontaktallergie
  • Hautproblemen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit auftreten

Bei Eiterbildung, zunehmender Überwärmung, starker Schwellung, sich rasch ausbreitender Rötung oder Fieber sollte zeitnah ärztliche Hilfe eingeholt werden, da eine zusätzliche Infektion vorliegen kann.

Was untersucht der Hautarzt?

Neben der Untersuchung der Haut ist häufig die Vorgeschichte entscheidend.

Dabei kann gefragt werden, welche Reinigungsprodukte du verwendest, ob du beruflich viel mit Wasser arbeitest oder ob bereits Allergien und Neurodermitis bekannt sind.

Bei Verdacht auf eine allergische Kontaktdermatitis kann eine Epikutantestung sinnvoll sein.

Auch andere Erkrankungen wie eine Pilzinfektion oder Psoriasis müssen gegebenenfalls ausgeschlossen werden.

Handekzem durch den Beruf?

Wenn die Beschwerden mit deiner beruflichen Tätigkeit zusammenhängen, solltest du das ausdrücklich ansprechen.

In Deutschland gibt es besondere dermatologische Präventions- und Behandlungsverfahren bei berufsbedingten Hauterkrankungen.

Eine frühzeitige arbeits- beziehungsweise hautärztliche Abklärung kann helfen, den Arbeitsplatz und notwendige Hautschutzmaßnahmen besser aufeinander abzustimmen.

Häufige Fragen zum Handekzem

Was hilft schnell gegen ein Handekzem?

Wichtig sind das Vermeiden auslösender Reizstoffe, geeignete Hautpflege und bei Bedarf eine ärztlich verordnete entzündungshemmende Behandlung. Welche Maßnahme am schnellsten hilft, hängt von Ursache und Schweregrad des Ekzems ab.

Kann ein Handekzem von allein verschwinden?

Leichtere Beschwerden können abklingen, wenn auslösende Belastungen entfallen. Bei wiederkehrenden oder ausgeprägten Ekzemen ist häufig eine gezielte Behandlung notwendig.

Ist ein Handekzem ansteckend?

Nein. Ein Handekzem selbst ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine entzündliche Hauterkrankung.

Kann häufiges Händewaschen ein Handekzem auslösen?

Ja. Wiederholter Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln kann die Hautbarriere beeinträchtigen und ein irritatives Handekzem begünstigen.

Welche Seife ist bei Handekzemen geeignet?

Häufig sind milde, gut verträgliche Reinigungsprodukte sinnvoll. Bei bekannten Kontaktallergien müssen die entsprechenden Allergene vermieden werden. Für manche Betroffene können geeignete Syndets eine gute Alternative zu klassischen alkalischen Seifen sein.

Ist feste Seife besser als Flüssigseife?

Nicht grundsätzlich. Die Hautverträglichkeit hängt von der jeweiligen Zusammensetzung ab. Sowohl feste als auch flüssige Reinigungsprodukte können geeignete oder weniger geeignete Inhaltsstoffe enthalten.

Ist Händedesinfektion bei Handekzemen verboten?

Nein. Geeignete alkoholbasierte Händedesinfektionsmittel können unter bestimmten Bedingungen sogar weniger irritierend sein als wiederholtes Händewaschen. Bei bestehenden Hauterkrankungen sollte die Auswahl an die individuelle Situation angepasst werden.

Welche Creme hilft bei rissigen Händen?

Bei trockener, rissiger Haut können geeignete rückfettende oder feuchtigkeitserhaltende Pflegeprodukte hilfreich sein. Bei entzündlichen Veränderungen kann zusätzlich eine medizinische Behandlung notwendig sein.

Hilft Kortison bei Handekzemen?

Äußerlich angewendete Kortikosteroide gehören zu den leitliniengerechten Behandlungsmöglichkeiten entzündlicher Handekzeme. Die Anwendung sollte hinsichtlich Wirkstärke und Dauer ärztlich abgestimmt werden.1

Kann Stress ein Handekzem verschlimmern?

Psychische Belastung kann bei manchen Menschen das Hautbefinden und den Juckreiz beeinflussen. Sie ist jedoch nicht automatisch die Ursache eines Handekzems. Reizstoffe, Allergien und andere medizinische Faktoren sollten weiterhin berücksichtigt werden.

Ist ein Handekzem das Gleiche wie Neurodermitis?

Nein. Neurodermitis kann eine Ursache oder ein begünstigender Faktor für ein Handekzem sein. Handekzeme können aber auch unabhängig davon durch irritative Belastungen oder Kontaktallergien entstehen.

Wie lange dauert es, bis ein Handekzem heilt?

Das ist unterschiedlich. Leichte Ekzeme können sich relativ schnell bessern, während chronische Verläufe längere Behandlungszeiten erfordern. Die Hautbarriere kann auch nach dem Verschwinden sichtbarer Symptome noch Zeit zur Regeneration benötigen.

Kann ein Handekzem durch eine Allergie entstehen?

Ja. Bei einem allergischen Kontaktekzem reagiert die Haut auf ein bestimmtes Allergen. Eine Epikutantestung kann helfen, relevante Kontaktallergien zu erkennen.

Kann Ernährung ein Handekzem heilen?

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt normale Körperfunktionen, ist aber keine nachgewiesene alleinige Behandlung eines Handekzems. Spezielle Auslassdiäten sind ohne medizinischen Anlass in der Regel nicht sinnvoll.

Was sollte ich bei einem beruflich bedingten Handekzem tun?

Sprich die Beschwerden frühzeitig bei einem Hautarzt oder Betriebsarzt an. Gegebenenfalls können gezielte Hautschutzmaßnahmen und berufliche Präventionsverfahren helfen, weitere Belastungen zu vermeiden.

Fazit: Gesunde Hände brauchen Schutz, nicht weniger Hygiene

Unsere Hände leisten jeden Tag erstaunlich viel.

Sie greifen, tragen, arbeiten, pflegen und begleiten uns durch unzählige kleine Handgriffe, über die wir normalerweise kaum nachdenken.

Erst wenn die Haut spannt, juckt oder schmerzt, fällt uns auf, wie wichtig gesunde Hände für unsere Lebensqualität sind.

Ein Handekzem ist deshalb weit mehr als ein rein kosmetisches Problem.

Häufiges Händewaschen, Feuchtarbeit, Kontaktallergien und eine empfindliche Hautbarriere können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Die Lösung besteht nicht darin, notwendige Hygienemaßnahmen aufzugeben.

Vielmehr geht es darum, die Hände angemessen zu reinigen, unnötige Reizkontakte zu reduzieren und der Haut die Pflege zu geben, die sie benötigt.

Bei bestehenden Ekzemen sollten die Ursachen dermatologisch abgeklärt und Entzündungen gezielt behandelt werden.

Denn gute Hautpflege beginnt nicht erst, wenn die Hände schmerzen. Sondern mit einem bewussten Umgang mit der Haut – jeden Tag.

Wissenschaftliche Quellen und weiterführende Informationen

Dieser Beitrag orientiert sich an dermatologischen Leitlinien und Empfehlungen öffentlicher Gesundheitsinstitutionen. Die genannten Quellen dienen dazu, medizinische Aussagen nachvollziehbar einzuordnen.

  1. Bauer A. et al. (2023). S2k-Leitlinie Diagnostik, Prävention und Therapie des Handekzems. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. AWMF-Registernummer 013-053. Gültig bis Februar 2028. Leitlinie ansehen .
  2. Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Hand Hygiene Frequently Asked Questions. Informationen zur Wirksamkeit gewöhnlicher und antibakterieller Seifen sowie zur Händehygiene. CDC-Informationen ansehen .
  3. Centers for Disease Control and Prevention (CDC, 2024). About Hand Hygiene for Patients in Healthcare Settings. Empfehlungen zur Händedesinfektion und Einordnung der Hautverträglichkeit alkoholbasierter Händedesinfektionsmittel. CDC-Empfehlungen ansehen .
  4. American Academy of Dermatology. Dry, scaly, and painful hands could be hand eczema. Patienteninformationen zu Ursachen, typischen Beschwerden und dermatologischer Behandlung. Informationen ansehen .
  5. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Prävention, Diagnostik und Therapie des Handekzems. Fachinformationen und Empfehlungen zur dermatologischen Versorgung. Fachinformationen ansehen .

Redaktioneller Hinweis: Die Informationen dieses Artikels dienen der allgemeinen Gesundheitsaufklärung. Sie ersetzen weder eine ärztliche Diagnose noch eine individuelle medizinische Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder wiederkehrenden Beschwerden sollte dermatologischer Rat eingeholt werden.


You may also like Alle anzeigen